In seinen Tagebüchern berichtete Friedrich Kellner, der zwar SPD-Mitglied und Gegner des Nationalsozialismus, jedoch kein Verfolgter des Regimes war, aus dem Alltag einer normalen, kleinbürgerlichen Familie in einer Kleinstadt der hessischen Provinz. Friedrich Kellner war selbst Gerichtsschreiber, Justizsekretär, Urkundsbeamter der Geschäftsstelle, später Justizinspektor, Rechtspfleger und Geschäftsleiter eines kleinen Amtsgerichts. Seine Tagebuchaufzeichnungen bestehen zu einem großen Teil aus der Auswertung zeitgenössischer Presseartikel, welche teilweise im Original des Tagebuches in einer Art Collage-Technik verarbeitet wurden. Es entsteht damit ein dichtes Bild des Alltags im Dritten Reich aus der Sicht eines Normalbürgers. Die Tagebücher Kellners sind als Ausdruck innerer Abwehr und als Protest gegen den Nationalsozialismus zu verstehen. Sie sind ein deutlicher Protest gegen den Nationalsozialismus in Ermangelung anderer Möglichkeiten. Kellner brauchte sie als Stütze und Selbstvergewisserung in einer sehr lange geradezu propagandagläubigen Umgebung.
Die Plakatausstellung besteht aus insgesamt 18 Plakaten im Format DIN A 1 und kann bis zum 24.04.2026, für Publikum während der üblichen Geschäftszeiten, besichtigt werden.
